Modell-Eisenbahn (Seite 7)

Modellbau-Beispiele mit Spielzeug aus Überraschungseiern
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Hätten Sie's gewußt ? Für Leser englischsprachiger Modellbau-Zeitschriften: "kitbashing" und "scratchbuilding"? To bash = to bang on something bedeutet "etwas anschlagen" evtl. mit einem Knüppel oder den Fäusten. Es meint hier einen gegebenen Modell-Bausatz nach eigenem Geschmack wesentlich abändern evtl. unter Zerlegung von Teilen, wobei auch Bausatzteile übrig bleiben oder auch Teile von anderen Bausätzen mitverwendet werden. Scratch erklärt sich aus dem Ideom "from scratch = von Null, mit Nichts anfangen" (weniger gut von "to scratch = kratzen, ritzen" zu erklären) und meint den Modellbau mit Holz-, Kunststoff- oder Metall-Halbzeugen (z.B. Platten- und Stabmaterial), also ohne Verwendung von Bausätzen. (John Strawn sei für diese freundliche Erläuterung gedankt.)
Linkes Bild: Drei bemalte, im Zusammenbau original belassene Häuschen aus den ÜEi-Serien "Unser kleines Dorf" und "Rund um den Dorfplatz" (siehe vorhergehende Seite). Die als Dach verwendeten Kapsel-Hälften wirken natürlich etwas plump.
Rechtes Bild: Mit einigen zusätzlichen Plastik-Kleinteilen aus der Bastelkiste ist aus dem Mühlenhaus (linkes Bild Mitte) diese verfallene Wassermühle entstanden. Die Torflügel wurden mit einer feinen Laubsäge aus der steinernen Torumfassung ausgesägt und geöffnet und teils aus den Angeln gerissen wieder eingeklebt. Die beiden Schrottsammler haben sich Teile des eisernen Mühlrades zum Abtransport bereit gelegt.
Linkes Bild: Links ein kleines Bahnbetriebsgebäude aus einem Stück Kibri-Mauerplatte mit Turmanbau, Fenstern, Toren, Treppenaufgang aus ÜEi-Spielzeug. Das Gebäude ist innen mit LEDs beleuchtet und besitzt als besondere Attraktion unter dem kleinen Dachgiebel oben auf der Stirnwand eine funktionsfähige Digitaluhr mit LED-Anzeige (Uhrwerk aus einer Armbanduhr, Schaltungsbeschreibung siehe unter Elektronik). Rechts ein zum Bahnbetrieb gehöriger Turm aus ÜEi-Teilen. Hinter dem oberen dunklen Fenster verbirgt sich eine Infrarot-Empfängerdiode mit Vorverstärker, die die Signale von einer TV-Fernbedienung aufnimmt, die zum fernbedienten Betrieb der Modellbahn umfunktioniert wurde.
Rechtes Bild: Ein typisches kitbashing-Beispiel: Bahnhof "Eisenstadt" von der Bahnsteigseite in Halbreliefbauweise, bestehend aus Faller- und Kibri-Bausatz-Teilen und zwei angesetzten Türmen aus dem Ei.
Linkes Bild: Ein Feuerwehrhaus mit Turmanbau zum Trocknen der Schläuche aus ÜEi-Spielzeug und Mauerplatten. Die Hallentore sind aus den Stütz-Arkaden des Cafes (siehe vorherige Seite) gemacht.
Rechtes Bild: Bahnbetriebseigene Elektrizitäts-Umspannstation aus ÜEi-Spielzeug und anderem Bausatz-Krimskrams.
Linkes Bild: Detailansicht des Elektrizitätswerkes. In dem Gebäude mit Turmanbau für Lastenaufzug und Dachaufbau mit Lüftungsschlitzen ist der Fahrregler der Anlage (siehe Elektronikseiten, Schaltung (b)) untergebracht. Die grünen Zylinder sind die Elkos des Gleichrichters, das rechts daneben aufgeständerte Glasrohr ist eine Soffittenlampe zur Kurzschluß-Strombegrenzung.
Rechtes Bild: Detail-Ansicht des Elektrizitätswerkes von rechts. In der Stirnwand ist eine funktionsfähige LCD-Digitaluhr eingebaut.
Zwei Fahr-Unternehmen, eine Geisterbahn und der Eingang zu einem Klein-Zirkus, die Bestandteil eines Rummelplatzes auf meiner Anlage sind. Die Kreissegmente auf der linken und die Kreisradien auf der rechten Dachaufsatz-LED-Tafel (jeweils mehr als 50 LEDs) blinken im Lauflicht-Rhythmus (Schaltung siehe Elektronik-Seiten). In die Drachenköpfe der Geisterbahn sind ebenfalls LEDs eingebaut, die deren Augen und Zunge, die als Lichtleitstab wirkt, aufleuchten lassen, was in dem vergrößerten Bild eindrucksvoll sichtbar wird.
Leicht philosophisch angehauchte Zwischenbemerkung: Zugegeben der Modellbau mit Spielzeug aus Überraschungseiern wirkt insgesamt etwas plump, z.B. Mauerwerk, Fenster- und Torlaibungen sind zu klobig und viel zu grob strukturiert. Kaum etwas ist maßstäblich oder gar vorbildgetreu. Das Gleiche gilt auch für die Fahrzeuge, deren Maßstab wenn überhaupt irgendwo zwischen Z und N am nächsten vielleicht bei Nm liegt. Trotzdem, finde ich, geht von dem hier gezeigten Spielzeug, dessen ihm eigene Naivität sich der Beimischung von maßstäblich filigranen Bauteilen (wie z.B. Ätz-Blechteilen) sogar stilistisch geradezu widersetzt, eine gewisse märchenhafte Faszination aus, die auf eine eigene Art derjenigen des alten Tinplate-Spielzeugs zu ähneln scheint, wenn ihm natürlich zwar dessen nostalgischer Anhauch und Antiquitätenwert völlig abgeht. Damit hoffe ich, unter Modellbahnern zwar nicht "gesellschaftsfähig" zu werden, jedoch das Verständnis meiner "Nietenzähler"-Freunde erheischen zu können, deren am Vorbild geschultes Auge und stilistisches Empfinden zu verletzen, ich mir bewußt bin.
Bildausschnitte von zwei Diorama-Entwürfen, links ein Zoo mit ÜEi-Figuren aus der Serie "Faszinierendes Afrika-Puzzle" (1995), rechts "Dinoland" mit ÜEi-Figuren aus der Serie "Alltagsszenen aus der Urzeit" (1995). Die Figuren wurden von meiner Freundin MeritRe bemalt.
Linkes Bild: Ausschnitt aus einem Dorf-Diorama mit bemalten ÜEi-Häusern. Die Landschaft wurde hier wie auch bei den beiden vorstehenden Dioramen aus Styroporblöcken modelliert, die mit nassem Seidenpapier beklebt wurden. Nach dem Trocknen wurde der Rohbau mit Grasstreumaterial, Karton-Mauerplatten und Kartonstreifen beklebt (Uhucoll spezial) und mit Plakafarben bemalt.
Rechtes Bild: Die Kapelle links in der bemalten Originalversion, rechts mit einem anderen Dach aus Polystyrol-Dachziegelplatten.