Optik-Bastelspaß: Spiegelteleskop, Fortsetzung der Baubeschreibung


Bau der der Fangspiegelhalterung (Ersatz der Schritte 19 bis 22):

Der Fangspiegel wird mit Uhu oder Pattex auf ein Stückchen Karton gleicher Größe aufgeklebt.
Die Fangspiegelhalterung wird ebenfalls aus Karton gefertigt und später stumpf in A7 eingeklebt. Das Profil von D1 (ohne Laschen) wird auf Karton möglichst genau übertragen (oder zeichnerisch konstruiert) und sauber ausgeschnitten, wobei von der Ober- und Unterkante jeweils 1 mm wegzunehmen ist (wegen der Kartoneinlagen in A7). Von der 45 Grad-Schräge ist ebenfalls 1 mm wegzunehmen (wegen der Kartonunterlage des Fangspiegels). Der Fangspiegel wird dann mit der Kartonunterlage möglichst genau stumpf auf die 45 Grad-Schräge geklebt. Nach dem ersten Antrocknen habe ich noch links und rechts zwei kleine Karton-Stützwinkel (vom Fangspiegelhalter zur Fangspiegelunterlage) angeklebt, mit denen der Fangspiegel nachjustiert und zusätzlich rechtwinklig stabil zur Fangspiegelhalterung gehalten wird. Die Kartonteile werden schwarz angemalt.
Die Fangspiegelhalterung sollte jetzt stramm aber ohne Verbiegung in A7 eingeschoben werden können, sich zwecks Justage vor-und zurückschieben, drehen, schräg stellen und geringfügig kippen lassen.

Bild 4: Ein (absichtlich) leicht schräger Blick in die Eintrittsblende des Teleskops: Man sieht die Fangspiegelhalterung, deren Abstützung durch 2 horizontal eingeklebte Stäbchen, dahinter die Rückseite des Fangspiegels und hinten den Hauptspiegel.


Fangspiegel-Justierung:
Hier habe ich einen anderes Verfahren als in der Original-Bauanleitung gewählt, da mir das dort beschriebene Verfahren zu wenig praktikabel und ungenau erschien, da man kaum kontrolliert gerade in den Okularstutzen blicken und auch die Innenblenden nicht richtig sehen kann.
Auf das Hauptspiegelsegment wird die Tubusabschlußplatte E3 (als kartonverstärkte Verbundplatte, s.o.) mit dem kleinen Loch in der Mitte ohne Hauptspiegel an den Tubus angeschraubt. In den Okularstutzen wird ein leerer Okularschaft (Papprohr) eingeschoben, auf den oben ein Deckel mit einem zentralen Loch von ca. 6 mm geklebt ist.
Nun schaut man durch das kleine Loch in E3 und sieht auf dem Fangspiegel das Okularschaft-Loch als hellen Fleck, der sich sehr genau auf die Mitte des Spiegels justieren läßt. Nach genauer Ausrichtung sieht man außerdem an den 4 Ecken des Spiegels gerade noch Teile der Tubus-Innenblenden. Die Fangspiegelhalterung wird nun oben und unten mit je 4 Leimpunkten (vorsichtig mit einem Zahnstocher auftragen) im Tubus festgelegt unter erneuter Kontrolle der Justierung. Nach dem Antrocknen werden die Fugen ganz mit Leim ausgefugt. Zur Stabilisierung gegen seitliches Verbiegen der Fangspiegelhalterung habe ich links und rechts noch je ein Holzstäbchen (Abschnitte von Zahnstochern aus harten Bambus) eingeklebt (siehe Bild 4).
Die Tubusöffnungsblende D2 wird mit einem Kartonsechseck, das genau bündig auf die Tubuseintrittsöffnung paßt, und ein Loch von der Größe der Eintrittsblende hat
, hinterklebt. Drei der auf der Eintrittsblende angedeuten Schraubenköpfe werden durchbohrt und 20 mm lange Schrauben mit Unterlegscheiben eingesetzt und festgeschraubt (siehe Bild 5). Sie dienen später zum Aufsetzen z.B. des Sonnenfilters, evtl. kleinerer Blenden oder eines Staubschutz-Deckels bei Nichtgebrauch. Der Karton wird schwarz gemalt und die verstärkte Eintrittsblende mit den Laschen auf den Tubus geklebt, wobei auch die Tubuskante zu leimen ist, sodaß das Kartonsechseck mit festgeklebt wird.

Bild 5 (links): Das Bild zeigt den Okularstutzen mit eingeschobenen Testokular und die 3 Schrauben der Tubus-Eintrittsblende, auf die das Astromedia-Sonnenfilter aufgesetzt ist.
Bild 6: Ein aus vorhandenem Linsenbestand und einer Okularfassung aus einem KOSMOS-Optikbaukasten gebautes Kellner-Okular.

Okulare: Für den Okularstutzen kann man sich mehrere Einschubstücke aus Kartonrohr bauen, diese mit aufgesetzten oder eingeklebten Adapterringen bzw. Blenden versehen und die beiliegenden Linsen für die beiden Okulare entsprechend den angegebenen Abständen in Rundfassungen einbauen (siehe Seite Okularbau).
Ich habe aus einer Polaroid-Kamera (für 2,00 Euro vom Flohmarkt) das Objektiv ausgebaut, die Linsen entfernt und die (zur Scharfstellung) drehbare Objektivfassung nach etwas Bastelei als feinjustuierbare Okularhalterung für 0,96 ''-Okulare umgebaut.

Endmontage. Dem Einbau des Hauptspiegels steht nun nichts mehr im Wege. Die verstärkte Tubusabschlußplatte (E3) wird vom Tubus abgenommen, die sechseckige Hauptspiegel-Trägerplatte mit den 3 Schrauben unter Zwischenlage der Federn und Unterlegscheiben an der Tubusabschlußplatte mit den Justierschrauben bei mittlerer Federspannung angeschraubt, und das ganze Element mit den 6 Schrauben des äußeren Lochkreises unter Beilage von Unterlegscheiben an den Tubusflansch angeschraubt. Die Hauptspiegeljustierung gemäß Schritt 29 der Bauanleitung sollte nun ein Vergnügen sein.

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