Optik-Bastelspaß: Bau eines astronomischen oder Kepler-Fernrohrs

 


Für den Bau dieses einfachen Kepler-Fernrohres habe ich die Linsen (Acryllinsen) und Maße des Astromedia Bausatzes übernommen, die Konstruktion jedoch geändert.

Daten des Astromedia-Bausatzes:
Objektiv f = 360 mm, Öffnung ca. 33 mm.
Huygens Okular: Augenlinse f = 30 mm, Feldlinse = 106 mm.
Vergrößerung laut Bauplan ca. 10 fach.
(Rein rechnerisch komme ich allerdings auf nur knapp 8 fach.)

Für den Objektiv-Tubus habe ich ein Papprohr (Küchenrolle) von 260 mm Länge verwendet, das zur Erhöhung der Stabilität mit Elefantenhaut-Papier umklebt ist. Auf die vordere Öfnung ist ein Kartonring stumpf aufgeklebt, an den die Objektivfassung austauschbar

mit drei M2-Schrauben befestigt werden kann. Da bei Vergrößerungen über ca. 8- bis 10-fach das Fernrohr kaum noch ruhig mit der Hand gehalten werden kann, habe ich eine Stativgewinde-Schraube nach Verstärkung des Tubus an dieser Stelle durch zwei Kartonlagen angeschraubt (siehe Bild). Im Innern des Tubus befindet sich hierfür eine kleine aus dickem Kunststoff gefertigte Schraubgewindeplatte .
Der Okulartubus von 210 mm Länge ist aus dem gleichen Papprohr gefertigt, das um soviel verengt (5) wurde, das es sich glatt in den Objektivtubus einschieben läßt. Es hat an einem Ende ebenfalls einen stumpf aufgeklebten Kartonflansch, an den das aus einem engeren Rohrstück gebaute Okular geschraubt werden kann. Das Original-Okular kann unter Verwendung eines Adapterflansches gegen andere Okulare ausgetauscht werden. (Siehe Okulare des Meßfernrohres auf der folgenden Seite.)
Die unteren beiden Bilder zeigen die Kartonfassung (Vorderseite und Rückseite) aus zwei zusammengeklebten Kartonringen mit verschiedenem Innendurchmesser, in die die Objektivlinse eingepaßt ist. Die Linse ist am Rand mit vier Tropfen Weißleim (3) fixiert und läßt sich ggf. wieder leicht vom Flansch lösen.
Vor das Objektiv können Kartonringe mit verschiedenen Blendendurchmessern als Eintrittsöffnung mit angeschraubt werden.

Mit der vorgesehenen Vergrößerung liefert das Fernrohr akzeptable Bilder (bei Beobachtung terrestrischer Objekte). Es empfielt sich in das Original-Huygens-Okular eine Gesichtsfeld-Blende von 10 mm Durchmesser (ca. 30 mm von der Augenlinse entfernt) einzubauen.
Bei Verwendung von Okularen kürzerer Brennweite werden bald die Schwächen der Objektivlinse insbesondere breite Farbsäume sichtbar, die durch stärkeres Abblenden etwas gemildert werden können.
Das Fernrohr ist daher nur zum spielerischen Kennenlernen des Zusammenwirkens optischer Komponenten interessant.
Für Meßzwecke habe ich mir ein spezielles kleines Fernrohr gebaut (siehe übernächste Seite).

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