Optik-Bastelspaß: Eigenbau von Okularen
 

Bild von links nach rechts:
1) Glühlampen-Kunststoff-Fassung als Okular-Verstellung. Innereien der Lampenfassung ausgebaut, stattdessen in das innere Drehteil eingesetzter Kunststoff-Flansch zum Einsetzen eines 0,96 ''-Okulars. Das Schraubgewinde dreht sich mit zu viel Spiel, daher wurde eine Papiereinlage zwischengelegt. Fassung verworfen, da zu klobig.
2) Einsteck-Okularstutzen aus Papprohr zum Einstecken in den Okularstutzen des Astromedia-Spiegelteleskops mit aufgeklebtem, schwarz gemaltem Pappflansch für Schraubmontage eines Okulars.
3) Papprohr mit Elefantenhautpapier-Umkleidung, das über den Okularstutzen des Astromedia-Spiegelteleskops gestülpt werden kann, mit Pappring, in dem ein Huygens-Okular aus einem Kosmos-Optikbaukasten steckt.
4) Okularstutzen aus Papprohr mit Pappflansch, auf dem eine Scharfeinstellungs-Drehfassung des Objektivs einer Polaroid-Kamera (2,00 Euro Flohmarktpreis) montiert ist. Die optischen Komponenten des Objektivs (Kunststoff-Dreilinser) wurden entfernt und stattdessen ein Okular eingesetzt.

Bild links und Mitte: Objektiv- und Augenseite des Okulars zum Kepler-Fernrohr von Astromedia mit den Original-Linsen des Bausatzes. Die Feldlinse (links) ist mit einigen Klebepunkten Weißleim auf den Kartonstutzen geklebt. Die Augenlinse ist in einer Wechselfassung aus einem Optik-Baukasten (Kamenzer Spielwaren) gefaßt. Brennweite Feldlinse fF = 106 mm, Brennweite Augenlinse fA = 30 mm, Abstand d ~ 68 mm, Okular-Brennweite f ~ 49 mm.
Bild rechts: Verstellbarer Okularauszug (Drehfassung eines Polaroidkamera-Objektivs, Linsen ausgebaut und stattdessen das Okular vom unteren Bild links eingesetzt) an einem Papprohr montiert.


Eigenbau eines Plössel-Okulars aus Kunststoff-Teilen.
Das Bild links zeigt die Konstruktionszeichnung des Okulars, das aus Rundscheiben, bzw. Ringen zusammengesetzt ist, die mit Laubsäge, Feile, Bohrer und Sandpapier aus schwarzem, klebbaren Polystyrol- oder ABS- Plattenmaterial gearbeitet wurden (siehe Basteltipps). Die drei auf der Zeichnung auseinandergezogenen Teile werden miteinander verschraubt und können ggf. zur Reinigung oder Austausch der Linsen zerlegt werden.
1, 2 Fassung der Augenlinse 9(Durchm. 10 mm, in 2 eingepaßt), Durchm. außen 26 mm, Pupillenöffnung 6 mm, Teile 1 und 2 verklebt.
3 Distanzring, ca. 3 mm dick, Durchm. innen 9,5 mm. Die Innenöffnung ist so gefast, daß nach Verschraubung des Okulars die angefasten Schrägen genau an den leicht vorstehenden Kanten der Linsen anliegen.
4, 5 Fassung der Feldlinse 10. 4 Auflagering des Okulars, Durchm. außen 28 mm. In 4 werden auf einem Lochkreisdurchmesser von 20 mm drei Gwindestifte M2 eingeschraubt, mit denen die Teile 1, 2, 3 mit 4 verschraubt werden. 5 Ring mit Okular-Steckmaß 23 mm, 6 Okulartubus (Rohrstück von einem Spielzeug-Fernrohr), 7 Ring mit Steckmaß 23 mm. Teile 4, 5, 6, 7 miteinander verklebt.
8 Gesichtsfeldblende. Nach dem Zusammenbau des Okulars betrachtet man mit diesem als Lupe einen von unten z.B. eingeführten Zahnstocher mit einer Farbpunktmarkierung an dessen Spitze.

Wenn man den Farbpunkt scharf sieht, ist dessen Position die Höhe im Tubus 6, an der die Gesichtsfeldblende 8 einzubauen ist. Zwischen zwei Weichplastik-Streifen (in der Zeichnung nicht dargestellt), die zu zwei- bis dreiwindigen (als Federringe wirkenden) federnden Röllchen gerollt werden und von denen der obere genau die Breite des Abstandes von 8 bis 5 hat wird die Gesichtsfeldblende 8 eingeklemmt. Die maximal mögliche Größe der Gesichtsfeldblende ist anschließend mit dem Teleskop festzulegen. Man geht von zunächst provisorischen größeren Blenden aus und verkleinert diese solange, bis man ein scharf begrenztes Gesichtsfeld hat. Im vorliegenden Fall hat die Blende einen Innendurchmesser von 7,5 mm.
Die
Gesamtlänge des Okulars ist 38 mm. Das fertige Okular ist auf unteren Bild als ganz rechts zu sehen. Andere Okulare auf dem Bild sind nach einem ähnlichen Schema gebaut.

Einige Eigenbau-Okulare
Da ich für Vorversuche Bauteile aus einem Optikbaukasten von Kosmos verwende, habe ich mich auf das dort verwendete Okularsteckmaß von 23 mm festgelegt, das unter Beilage eines dünnen Filzstreifens auch für einen Okulartubus mit 0,96 '' verwendet werden kann. Alle Okulare sind zerlegbar
Bilder von links nach rechts
1) Huygens-Okular, original aus dem Optik-Baukasten, Kunststoff-Linsen.
Brennweiten Augenlinse fA = 15 mm, Feldlinse fF = 30 mm, Linsen-Abstand d = 22,5 mm, fOk = 20 mm.
2) Ramsden-Okular mit den Original-Acryllinsen und -daten des Spiegelteleskop-Bausatzes von Astromedia in einer Okularfassung aus dem Baukasten. Brennweite Feld- und Augenlinse fF = fA = 30 mm, Hauptebenen-Abstand d ~ 3,5 mm , Okular-Brennweite fOk ~ 16 mm.
3) Verschraubtes Ramsden-Okular mit vergüteten Glaslinsen aus einem Fotoapparat.
fA = 24 mm, fF = 34 mm, d = 12 mm, f = 17 mm.
4) Kellner-Okular mit vergütetem Achromat und Feldlinse aus einem Fotoapparat.
fA = 25 mm, fF = 30 mm, d ~ 22 mm, fOk ~ 23 mm.
5) Plössel-Okular nach obiger Konstruktions-Zeichnung mit zwei vergüteten Achromaten aus einer 8 mm-Schmalfilmkamera.
fA = 23 mm, fF = 37 mm, d ~ 3,5 mm, fOk ~ 15 mm.


(10.9.2009)
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