Die Tengwar-Schrift: Transkription und Lautwerte des klassischen Sindarin-Modus

1) Die Konsonanten
Diese Liste (und die Vokalliste auf der folgenden Seite) ist nach dem Alphabet geordnet und für die Übertragung in lateinischen Buchstaben geschriebener Texte in die Tengwarschrift gedacht.
Die Zahlen hinter den Tengwar beziehen sich auf die Numerierung der phonologischen Tabelle (siehe vorhergehende Seite)

Verdopplung von Konsonanten: Konsonanten werden verdoppelt, indem man sie unterstreicht, außer mm, nn, ss, wofür eigene tehtar existieren.
Anmerkungen zu den einzelnen Konsonanten
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c Immer wie k gesprochen, so z.B. in "Celebrimbor" (Moria-Westtor-Inschrift)
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ch Das Tengwa hwesta (Zeichen 12) steht im Sindarin phonologisch nur für den gutturalen (in der Kehle artikulierten) Laut, wie z.B. in deutsch "lachen", (den es im Englischen nicht gibt), aber nicht für das palatale (am Gaumen gebildete) ch, wie z.B. in deutsch "ich". Da aber kaum einem Deutschen dieser Unterschied bewußt ist, schlage ich das Zeichen 12 für beide deutschen ch's vor. Zum Tengwa-Zeichen 11 siehe die Anmerkung zu sh, sch.
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f Siehe Anmerkung zu sh, sch.
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g Siehe Anmerkung zu sh, sch.
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h Selten für h wird auch das Zeichen halla gebraucht, ein nach oben verlängerter senkrechter Strich.
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j Siehe Anmerkung zu sh,sch.
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lh Der Lautwert des alda (Zeichen 28) ist ein behauchtes l, wie z.B. in "Lhasa". Alda ist aber niemals zur Schreibung für das zufällige Zusammentreffen von l und h in zwei Silben, wie z.B. in "Geilheit" zu verwenden.
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m,n Ich habe mich hier für die Konvention II (siehe Anmerkung zur phonologischen Tabelle) zur Schreibung von n und m entschieden, da ich sie doch für zweckmäßiger halte (im Unterschied zu meiner älteren Zeichenliste. Den Domain-Namen FERROMEL meiner Website (siehe Startseite) schreibe ich jedoch nach Konvention I.)
Folgt auf die Nasallaute m, n ein Verschluß- oder Reibelaut aus derselben (!) Spalte der phonologischen Tabelle, also bei m: p,b, f, v und bei n: t, d, th, dh (dh steht symbolisch für das stimmhafte th, englisch "the"), so wird die Kombination Nasal + Verschlußlaut durch eine Tilde auf dem Verschlußlaut in Tengwar geschrieben. Ebenso werden ng, nk geschrieben.
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r In der Konvention II wird romen (Zeichen 25) für gerolltes und nicht gerolltes r verwendet. (In der Konvention I wird das nicht gerollte r mit ore (Zeichen 21) geschrieben.)
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rh Der Lautwert des arda (Zeichen 26) ist ein behauchtes r, wie z.B. in "Rhodium". Arda ist aber niemals zur Schreibung für das zufällige Zusammentreffen von r und h in zwei Silben, wie z.B. in "Tierhaut" zu verwenden.
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s, ss Die Zeichen 30 und 32, die die nach unten umgedrehte Form der Zeichen 29 bzw. 31 sind, können alternativ zu letzteren gebraucht werden und zwar dann, wenn darauf ein Vokal-tehta zu stehen kommt. Aber auch die Zeichen 29, 31 finden sich in den Tolkien-Texten nicht selten mit einem tehta.
Zum Lautwert: Das im Sindarin an sich stimmhafte (und ebenso für deutsche Texte stimmhaft zu verwendende) silme (Zeichen 29, 30) verwendet Tolkien im Englischen (seltsamer- oder inkonsequenterweise (?)) für einzelnes stimmloses s (siehe Buchtitel-Vignette zum Herrn der Ringe: "set, seen, history usw".) und esse (Zeichen 31, 32) für einzelnes stimmhaftes s (siehe a.a.O. "is, as").
Plural-Schluß-s: Das den Plural kennzeichnende Schluß-s eines Wortes (z.B. "hobbits") wird durch ein an den vorhergehenden Konsonanten angehängtes Häkchen dargestellt.
- sh, sch Die in der dritten Spalte der phonologischen Tabelle aufgeführten palatalen (am Gaumen gebildeten) Laute gibt es in der Elbensprache Sindarin nicht. Zu den Palatalen gehört auch der im Westron (siehe Moria-Westtor-Inschrift: "echant") vorkommende ch-Laut und das in der Schwarzen Sprache vorkommende sh (gesprochen wie deutsches sch), die im Sindarin-Modus beide mit harma (Zeichen 11) geschrieben werden. Demnach sind sinnvollerweise mit harma auch das palatale englische ch (z.B. in "church"), das englische sh und das deutsche sch zu schreiben. Damit ergibt sich zwar eine gewisse Mehrdeutigkeit, die jedoch immer durch den Wortzusammenhang aufgelöst werden dürfte. (Es finden sich auch Texte, in denen das englische sh aus den einzelnen Zeichen für s und h (29 + 33) gebildet ist, dementsprechend wäre das deutsche sch mit den Zeichen 29 + 12 zu schreiben, was der holländischen Artikulation des sch nahe käme.)
Weitere im Englischen vorkommende Palatale sind j (z.B. in "John") und g (z.B. in "George"), die da identische Lautwerte beide mit anga (Zeichen 7) geschrieben, aus dem Wortzusammenhang zu erschließen sind.
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th Um das stimmhafte englische th ("the") von dem stimmlosen th ("forth") zu unterscheiden wird für ersteres gelegentlich symbolisch dh geschrieben. Anto (Zeichen 13) steht also nicht für die Buchstabenkombination dh sondern für das stimmhafte th.
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w nach Konsonant wird durch eine auf den Konsonanten gesetzte umgekehrte Tilde dargestellt. Ein auf Nasal- + Verschlußlaut (siehe Anmerkung zu m, n) folgendes w wird jedoch mit wilya (Zeichen 24) geschrieben, da sonst auf dem Verschlußlaut eine Tilde, eine umgekehrte Tilde und evtl. noch zusätzlich ein Vokal-tehta zusammentreffen würden.
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z Das deutsche z hat im Sindarin keine direkte Entsprechung. Obwohl anders ausgesprochen (wie in englisch "razor"), schlage ich hierfür das in der Schwarzen Sprache (in der ss wohl nicht vorkommt) für z verwendete esse (Zeichen 31,32) vor. Eine Verwechselung mit ss, ß dürfte durch den Wortzusammenhang ausgeschlossen sein.