Hobby-Elektronik: Vielfach verwendbarer Zeitgeber mit CMOS-IC 4538

Das CMOS-IC 4538 enthält zwei retriggerbare und zurücksetzbare monostabile Multivibrator-Schaltungen.
Folgende Schaltung nach Motorola- und Märklin-Unterlagen (Märklin Magazin 2/88 und 4/99)
Die Schaltung hat einen eigene Spannungsgleichrichtung (Diode 1N4002, Elko 220u) und kann daher z.B. mit der Wechselspannung (10 bis 16 Volt) des Lichtsstrom- bzw. Magnetartikelausgangs eines Bahn-Fahrgerätes betrieben werden.
Die Schaltung wird gestartet durch eine positive oder negative Impulsflanke am Eingang EIN. Der Startimpuls kann geliefert werden z.B. durch einen Taster im Gleisbild-Stellwerk, durch einen Schutzgasrohr-Kontakt (Reed-Relais), ein Schaltgleis, eine Lichtschranke usw.

A) Verwendung der Schaltung als Aufenthaltsschaltung (Impulsverlängerung): Der Schalter SW ist in Position a zu stellen. Der Treibertransistor des Relais liegt hierbei am Ausgang Q1 (Pin 6) des ersten Monoflop, das zweite Monoflop ist wirkungslos.
Das erste Monoflop wird durch einen Eingangsimpuls gestartet und das Relais zieht an: der Kontakt K des Relais wird mit dem Arbeitskontakt A verbunden und fällt nach der durch Cx, Rx bestimmten Zeit wieder ab.
Anwendungen z.B. Bahnsteigbeleuchtung bei Zugeinfahrt, durch Schienenkontakt ausgelöster Zugaufenthalt im Bahnhof, Fahrstromeinspeisung in einen Halteabschnitt.
B) Verwendung als Rückkehrschaltung (Impulsverzögerung). Der Schalter SW ist in Position b zu stellen. Der Treibertransistor des Relais liegt jetzt am Ausgang Q2 (Pin 10) des zweiten Monoflop.
Der Startimpuls am Eingang EIN löst den Beginn einer Verzögerungszeit (bestimmt durch Cx, Rx) aus, nach deren Ablauf das zweite Monoflop einen Impuls erhält und für kurze Zeit (bestimmt durch Cy, Ry) das Relais anziehen läßt.
Anwendungsbeispiel: Mit dem gleichen Startimpuls wird ein Magnetartikel, z.B. eine Weiche) eingeschaltet und nach einer bestimmten Zeit (Cx, Rx) durch einen Impuls (Länge Cy, Ry), den das Relais liefert, wieder ausgeschaltet.