Hobby-Elektronik Einfache Alarmanlage aus Einzelbausteinen
Die Bilder 1 bis 4 zeigen eine zwar schon ältere Konzeption, jedoch für den Bastler mit einfachen Mitteln leicht zu erstellende, ausschließlich mit Transistoren aufgebaute Alarmanlage, die aus übersichtlichen einzelnen Baugruppen zu einer vollständigen Anlage zusammengefügt werden kann.
Bild 1 und 2 zeigen verschiedene Alarmmelder, die in beliebiger Anzahl am Ausgang Punkt X miteinander und mit der Alarmgebereinheit Bild 4 zusammengeschaltet werden können. Die Dioden D1 verhindern eine gegenseitige Beeinflussung der Alarmmelder. Bild 3 zeigt eine Abschaltbaustein, der den Alarm nach einer bestimmten Zeit wieder abschaltet. Alle gleichbezeichneten Punkte, sowie die Betriebsspannungen +12 Volt und Massepunkte GND (= Ground = 0 Volt) sind untereinander zu verbinden.

Bild 1a zeigt einen Alarmmelder-Baustein, der mit einem Ruhekontakt Ru (im Normalzustand geschlossen) arbeitet. Beim Anlegen der Betriebspannung +12 V ist T1 leitend und T2 gesperrt, da die Basis von T2 im Augenblick des Einschaltens durch C2 auf Massepotential gehalten wird. Wird Ru geöffnet, sperrt T1, C2 lädt sich über R4 auf, T2 wird leitend und die LED leuchtet. Dieser Zustand bleibt erhalten, auch wenn Ru wieder geschlossen wird, da dann die Rückkopplung vom Kollektor T2 nach Ru wirksam wird. Erst bei kurzzeitigem Abschalten der Betriebsspannung kehrt die Schaltung wieder in ihren Ausgangszustand zurück.
Ru kann ein beliebiges Schaltelement sein, z.B. im einfachsten Fall eine dünne Drahtverbindung, deren Zerreißen den Alarm auslöst.
Bild 1b zeigt eine weitgehend gleiche Baugruppe, die jedoch durch einen Arbeitskontakt Ar (im Normalzustand offen), z.B. in einer Tretmatte eingebaut, ausgelöst wird.
Bild 1c zeigt eine Baugruppe gleicher Funktion, die als Lichtschranke mit einem LDR (Light Dependent Resistor) eingesetzt werden kann. Fällt ein Schatten auf den LDR, wird erhochohmiger und T1 sperrt, T2 wird leitend.
Mit dem Trimmer R6 ist die beste Empfindlichkeit einzustellen. Je nach dem Widerstands-Grundwert des eingesetzten LDR ist evtl. ein anderer Wert für R6 einzusetzen.
Die LEDs zeigen an, von welcher Baugruppe ein Alarm gemeldet wurde.

 

Bild 2 zeigt den gleichen wie Bild 1a mit einem Ruhekontakt arbeitenden Alarmgeber, der um den Taster Ta erweitert ist.
Zweck dieser Baugruppe ist es, dem Eigentümer der Anlage zu ermöglichen, z.B. das Haus über die Haustür, die mit Ru gesichert ist, zu verlassen, ohne daß Daueralarm ausgelöst wird.
Mit Ta, der an einer verborgenen Stelle untergebracht sein sollte, kann eine kurze Öffnung von Ru rückgängig gemacht werden.
Betätigt man Ta lädt sich C2 über R1 auf, T1 leitet, T2 sperrt. Nach ca. 30 sec hat sich C2 über R4 soweit entladen, daß die Schaltung wieder in ihren Ausgangszustand zurückkehrt.

Bild 4 ist der eigentliche Alarmgeber Baustein. Das Relais soll irgendeinen Alarm, z.B. eine Hupe, eine Glocke oder eine helle Lampe einschalten. Anstelle des Relais kann evtl. z.B. eine Hupe direkt eingesetzt werden, wobei T2 ggf. durch eine stärkeren Transistor zu ersetzen ist.
T1, T2 bilden einen Schmitt-Trigger. C1 ist über R1, D1 aufgeladen: T1 leitet, T2 ist gesperrt.
Hat eine an X angeschlossene Meldeeinheit ausgelöst, wird Punkt X nach GND gezogen, die Diode D1 sperrt, C1 entlädt sich in einigen Sekunden über R3, danach sperrt T1, T2 wird leitend, das Relais zieht an.
Bild 3: Ein lauter Alarm sollte sich nach spätestens 2 Minuten selbsttätig wieder abschalten. Dazu dient die Abschalteinheit nach Bild 3, die über X mit den Meldeeinheiten und über Punkt Y mit dem entsprechend gekennzeichneten Punkt Y der Alarmgeber-Baugruppe verbunden ist.
C1 ist über Punkt X und R1 aus Bild 4 aufgeladen. Löst eine Meldeeinheit aus, geht X in Bild 3 plötzlich nahezu nach GND, der an der Basis von T1 entstehende negative Impuls sperrt T1, T2 wird leitend. Der bis dahin über über R4, D2, R5 positive Punkt Y geht nahezu nach GND. Nach Ablauf der durch den Trimmer Tr1 und C2 bestimmten Zeit kippt die Abschaltautomatik wieder in den Ausgangszustand zurück, Punkt Y wird wieder positiv, T1 aus Bild 4 wird leitend, T2 sperrt und das Relais fällt ab.
(Schaltung leicht verändert nach "Funkschau" 1976)


(13.3.2008)
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