Hobby-Elektronik: NF-Kleinsignalverstärker mit Transistoren
III) Mehrstufige Kleinsignalverstärker mit galvanischer Kopplung und Arbeitspunkt-Einstellung über mehrere Stufen (grüne Widerstände)
Wenn Sie mal schnell ein kleines Verstärkerchen brauchen: hier sind die richtigen, schnell aufzubauenden und zuverlässig funktionierenden Schaltungen.
Sie arbeiten in einem weiten Betriebsspannungsbereich von etwa +Ub = +9 V (+12 V) bis +24 Volt. Als Transistoren können alle gängigen Kleinsignal-Typen verwendet werden, vorzugsweise verwende ich die weitverbreiteten BC 548 und BC 558 als NPN- bzw. PNP-Typ. Für HiFi-Zwecke sollte man evtl. entsprechende rauscharme Typen verwenden.
Die Schaltungen sind im Prinzip gleich aufgebaut, man sollte sich daher nicht an die gegebenen R- und C-Werte festklammern, sondern ggf. etwas experimentieren, wenn die Funktion der Schaltung nicht gleich den eigenen Wünschen entspricht.

Bild 1 Grundschaltung ohne Wechselsstrom-Gegenkopplung. Hohe erzielbare Verstärkung, aber in dieser Form nicht unbedingt HiFi-Qualität. Die Arbeitspunkteinstellung erfolgt hier (und beim den folgenden Schaltungen) jeweils mit dem Spannungsteiler R1, R2 (grün) und sollte mit R1 am besten so einstellt werden, daß am Kollektor T2 die halbe Betriebsspannung 1/2 Ub ansteht. Damit erreicht man eine symmetrische, maximale Aussteuerbarkeit.
Bild 2 Zweistufiger Verstärker, ähnlich Bild 1 mit zusätzlich vorgesetztem Emitterfolger (Verstärkung ~ 1000), dadurch hochohmiger Eingang und geeignet z.B. als Kristallmikrofon-Vorverstärker (nach Siemens-Unterlagen).

Bild 3 Dreistufiger Verstärker mit hoher Verstärkung (V ~ 1000), aufgebaut mit Komplementär-Transistoren (nach Funkschau-Unterlagen).
Bild 4 Neben der Gleichspannungs-Gegenkopplung vom Emitter T2 zur Basis T1 zur Arbeitspunkteinstellung und -stabilisierung (grüne Widerstände) ist hier (und in den folgenden Bildern 5 und 6) zusätzlich eine Wechselstrom-Gegenkopplung vom Kollektor T2 zum Emitter T1 eingefügt (gelbe Widerstände). Das Verhältnis R6 zu R7 bestimmt die Verstärkung. Die Glieder R8, C3, C4 sorgen für eine leichte Höhenanhebung und einen ausgeglichenen Frequenzgang. Geeignet z.B. als Vorverstärker für dynamische Mikrofone, kleiner Klirrfaktor (nach Elektor-Unterlagen).

Bild 5 Verstärker mit besonderer Emitterkombination bei T1 in der Wechselstromgegekopplung für eine ausgeglichenen Frequenzgang.
Bild 6 Universal NF-Vorverstärker (nach Funkschau-Unterlagen). Ausgangswiderstand ca. 1 kOhm. Durch Ändern von R1, R2 erhält man folgende Verstärkungsfaktoren und Eingangswiderstände:
                    R1 [kOhm]  R2 [kOhm)  Verstärkung V   Eingangswiderstand [MOhm]
                          39             3,9          10                        2
                          47             2,2          20                        1
                         100             1,8          50                     0,35
                         100             0,91       100                      0,2

(5.1.2009)