Hobby-Elektronik: Entzerrer-Vorverstärker für magnetische Tonabnehmer

Da die schon totgesagte Schallplatte sich offenbar einer gewissen Wiederbelebung erfreut und damit auch Plattenspieler noch nicht weg vom Fenster sind, seien hier auch noch zwei Schaltungen guter Entzerrer-Vorverstärker für magnetische Tonabnehmer gezeigt, deren man für Stereo-Wiedergabe natürlich je zweier bedarf.
Musik wird auf Schallplatten bekanntlich mit einem verzerrten Frequenzgang (Schneidkennlinie nach DIN 45546 und 45547) aufgeschrieben, der für magnetische Tonabnehemer durch einen Entzerrer-Vorverstärker mit umgekehrtem Frequenzgang korrigiert werden muß.
Die billigen Kristall-Tonabnehmer bedürfen eines Entzerrers und zusätzlichen Verstärkers nicht, da sie die Entzerrung aus physikalischen Gründen selbst bewirken und eine wesentlich höhere Ausgangsspannung liefern. Dafür ist die Tonqualität eher mies als HiFi.


Zu nebenstehender Schaltung:
Die Betriebs-Spannung + Ub wurde relativ hoch gewählt, um eine hohe Spannungsverstärkung und eine gute Gleichstromgegenkopplung zur Arbeitspunkt-Stabilisierung zu gewährleisten.
Vom Emitter der 3. Stufe (Emitterfolger als Impedanzwandler) erfolgt eine frequenzabhängige Rückkopplung über ein RC-Netzwerk auf den Emitter der 1.Stufe, die die geforderte Frequenzgang-Korrektur bewirkt. Die Werte der mit Sternchen gekennzeichneten Bauteile sollten innerhalb 5 % Toleranz liegen (Kondensator 6,2n = Parallelschaltung von 4,7n und 1,5n).
Für die Transistoren sollten rauscharme Typen verwendet werden.


Nebenstehendes Bild zeigt einen weiteren mit dem rauscharmen Operationsverstärker LF356 (pinkompatibel mit 741) aufgebauten Entzerrer-Vorverstärker. Mit dem 4,7 kOhm-Trimmer kann die Verstärkung eingestellt werden. Sein Wert sollte zwischen 500 Ohm und 3 kOhm eingestelltn werden.
Mit einem Wert von ca. 1,2 kOhm beträgt die Verstärkung V = 40 dB bei 1 kHz.

Stromaufnahme Io ~ 2 mA
Re ~ 470 kOhm
Klirrfaktor < 0,5 %