Hobby-Elektronik: NF-Endverstärker TDA 1035 T mit elektronischer Lautstärke-Einstellung

 

Die integrierte Schaltung TDA 1035 T von ITT (Intermetall), in TV-Geräten der 70er und 80er-Jahre öfter zu finden, enthält alle Stufen für den Tonkanal eines Fernsehempfängers und ist in einem DIL-ähnliches Kunststoff-Gehäuse mit 12 Anschlüssen und zwei Kühlfahnen enthalten. Die Kühlfahnen bilden den Anschluß 13 für GND. Die Kühlfahnen sind ausreichend groß für etwa 2 Watt Ausgangsleistung. Werden die Kühlfahnen zusätzlich gekühlt, z.B. dadurch, daß man sie in eine ausreichend große kupferkaschierte Fläche der Printplatte einlötet, so sind bis zu 4 Watt Ausgangsleistung erzielbar.
Das IC besteht aus einem begrenzenden ZF-Verstärker, einem Koinzidenz-Demodulator, einer Schaltung zur elektronischen Lautstärke-Einstellung und einem vollständigen NF-Verstäörker mit Vorverstärker, Treiber und Endstufe in Seriengegentakt-Schaltung. Für einen Anschluß an Videorecorder hat das IC einen direkten Demodulatorausgang (Pin3), der von der elektronischen Lautstärkeeinstellung unbeeinflußt bleibt.
Für die Ansteuerung durch den NF-Ausgang eines Videorecorders oder andere NF-Signalquellen hat das IC einen NF-Eingang (Pin 7), der von der elektronischen Lautstärkeeinstellung beeinflußt wird. Durch eine Schaltspannung kann der HF-Teil ausgeschaltet werden. Der Endverstärker ist gegen thermische Überlastung geschützt, bei etwa 150 Grad C Kristalltemperatur wird die NF-Spannung am Treibertransistor kurzgeschlossen.

Bauteilliste zu Bild 2
R1=1k(siehe Text), R2=22k, R4=10k, R6=10k(siehe Text), R7=100(siehe Text), R8=33, R9=6,8
C1=470u, C2=100n, C3=22n, C4=4,7n, C5=82p, C6=22n, C7=470p, C8=4,7u, C9=100u, C10=4,7n, C11=47u, C12=0,47u, C13=68n, C14=470u
P1=100k log Lautstärke-Poti, D1=8,6 Volt Zenerdiode, Sp=4 bis 16 Ohm-Lautsprecher

Die für die Schaltung nach Bild 2 vorgesehene Betriebsspannung beträgt +Ub =12 Volt, dafür reichen 16 V-Elkos. Bei Wahl einer höheren Betriebsspannung sind entsprechend spannungsfestere Elkos einzusetzen und evtl. auch der Vorwiderstand R1 für die Zenerdiode D1 entsprechend zu erhöhen.

In der Schaltung nach Bild 2 werden der ZF-Verstärker und Demodulator nicht verwendet und das IC als reiner NF-Verstärker betrieben (Hierfür sind die Anschlüsse 1, 2 und 4, 5 statt der Bandfilter jeweils miteinander kurzgeschlossen und über 22nF HF-mäßig an Masse gelegt, sowie Anschluß 2 über R2 zwecks HF-Abschaltung an + Ub gelegt). Die Schaltung wurde mit einer Betriebsspannung von +Ub =12 Volt getestet. Die Grundverstärkung wird durch das Verhältnis der Widerstände R6/R7 (und parallel zu R7 geschaltetem RC-Glied R8, C12 für leichte Höhenanhebung im Sprachbereich) festgelegt und beträgt ca. 36 dB (Spannungs-Verstärkung ca. 60fach) bei voll aufgedrehtem Lautstärke-Poti. Der Lautstärke-Einstellbereich an Pin 6 reicht von ca. 1 bis 8 Volt. Ein ausgeglichener Frequenzgang wurde mit den angegebenen Werten von R6, R7, R8, C12 erreicht. Eine höhere Ausgangsleistung ist durch Erhöhen der Betriebsspannung + Ub zu erzielen: siehe die vom Hersteller ITT vorgeschlagene Betriebsschaltung nach Bild 1. ITT schlägt für linearen Frequenzgang die Kombination nach Bild 3a) zwischen den Punkten a, b, c vor oder ein Klangregel-Netzwerk nach Bild 3b), das eine Bass- und Höhenanhebung bzw. -absenkung ermöglicht.


Das Foto rechts zeigt in etwa anderthalbfacher (!) Vergrößerung die Schaltung nach Bild 2 aufgebaut auf einer kleinen Lochrasterplatine. Abweichend von Bild 2 ist zwischen dem Lautstärke-Poti und Pin 6 des ICs noch ein Emitterfolger eingefügt. Zusätzlich befindet sich auf der Platine (unten rechts) ein 5 Volt-Spannungsregler für ein UKW-Empfangsteil. Um das IC auf dem Foto sichtbar zu lassen, sind noch keine Kühlfahnen angelötet.

Das Foto soll demonstrieren, welch kompakter Aufbau auf einer Lochraster-Platine zu erreichen ist. Übrigens, alle Bauteile (ausgenommen die Platine) stammen aus "Elektronikschrott" und kosten also nix ! Besonders brauchbar sind auch die zahlreich im Schrott zu findenden, verschiedenen Steckverbindungen: hier auf dem Foto ein zehnpoliger Stecker im Lochrastermaß (2,54 mm), mit dem die Platine auf eine Stiftleiste aufgesteckt werden kann.