Hobby-Elektronik: Stereo-NF-Verstärker mit elektronischer Lautstärke-Regelung TDA 7057 AQ

In einem TV-Gerät der Marke Schneider vom Schrottplatz fand ich dieses NF-Endverstärker-IC von Philips ...eine echt tolle integrierte Schaltung, die das Bastlerherz erfreut :-) ! Das IC dürfte auf dem Bauteilmarkt noch erhältlich sein, das Datenblatt steht bei Philips unter www.semiconductors.philips.com/search/ zum Download bereit.

Kenn- und Grenzdaten
Betriebsspannung + Ub = 4,5 bis 18 Volt
Ausgangsleistung: bei + Ub = 12 V: 3,5 Watt an RL = 16 Ohm; 5,3 Watt an RL = 8 Ohm (bei 10 % Klirrfaktor)

<<<<<<<>><<<<<bei + Ub = 15 V: 8 Watt an RL = 8 Ohm (bei 10 % Klirrfaktor)
Klirrfaktor typisch 0,3 % bei Ausgangsleistung 0,5 Watt
Spannungsverstärkung regelbar von - 33 db bis + 40 db
Gerhäuseform SOT 141-6

2 x 8 watt stereo BTL output amplifier with DC volume control
Mit dem IC läßt sich, wie das vorstehende Schaltbild (Applikationsschaltung nach Datenblatt) zeigt, mit einem Minimum an externen Bauteilen ein erstklassiger Stereo-NF-Endverstärker einschließlich elektronischer Lautstärke-Regelung (22k-Poti) aufbauen. Jeder Kanal des ICs enthält jeweils zwei Ausgangsstufen, von denen die eine das Signal mit positiver, die andere mit negativer Amplitude liefert. Daran wird der Lautsprecher direkt angeschlossen. Unbedingt die richtige Polung der Lautsprecher (+ Zeichen) beachten, da sonst der Stereoeffekt mißlingt.
An die Eingänge ein1, ein2 ist jeweils der Schleiferabgriff eines Lautstärkepotentiometers (logarithmisches Stereopoti, ca. 50k bis 100k) anzuschließen. Das "kalte" Ende jedes Potis ist mit Masse (GND) zu verbinden.
Selbstverständlich ist das IC je nach gewünschter Ausgangsleistung mit einem hinreichend großen Kühlkörper zu versehen.

Besondere Vor- und Nachteile der integrierten Schaltung
--- Vorteil: Wenige externe Bauteile erforderlich.
--- Vorteil: Aufgrund des großen Betriebsspannungs-Bereiches ist das IC auch für kleinere und tragbare Batteriegeräte mit niedriger Betriebsspannung (!) und im Auto bestens geeignet.
--- Vorteil: Die Lautstärkeregelung erfolgt mit Gleichspannung, es ist daher kein Stereo-Poti erforderlich und es sind keine abgeschirmten Leitungen zum Anschluß des 22k-Lautstärke-Potis nötig.
--- Ein gewisser Nachteil ist darin zu sehen, das die Eingänge einen niedrigen Quellwiderstand erfordern, der durch den 5,1k-Widerstand am Eingang erzwungen wird. Falls die Signalquelle diese Belastung nicht verträgt, ist in die Eingangsleitung ein Vorwiderstand (z.B. 22k) zu legen, die dadurch zufolge Spannungsteilung verminderte Eingangs-Signalspannung dürfte durch die hohe Spannungsverstärkungs-Reserve des ICs kompensierbar sein.
--- Das Gehäuse des ICs (SOT 141-6) entspricht, grob gesagt, dem eines Leistungstransistors im Plastikgehäuse,
ist aber um einiges breiter, so daß statt der drei Beine 13 Pins, die abwechselnd nach vorne und hinten gebogen sind, Platz haben. Ein gewichtigerer Nachteil für den Bastler, der wie ich fast ausschließlich Lochraster-Platinen verwendet, liegt darin, daß die Pins im Abstand von nur 1,7 mm stehen. Hier kann man sich mit angelöteten Drähten, die mit Schrumpfschlauch überzogen werden, helfen.
(24.11.03)

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