Hobby-Elektronik: Fernsteuer IC-Paar TX-2 / RX-2 mit Infrarotlicht-Signalübertragung

Die Fernsteuer-ICs TX-2 (Sender) und RX-2 (Empfänger, Bezeichnung pinkompatibler Varianten siehe Vorseite) sind nicht nur für Signalübertragung über Funk (siehe Vorseite) sondern auch für Signalübertragung durch Infrarotlicht einsetzbar. Die Reichweite im letzteren Fall ist zwar mit etwa zwei bis fünf Metern geringer und entspricht etwa der Reichweite von TV-Fernbedienungen, ist aber für "indoor"-Zwecke allemal ausreichend. Dafür ist der Aufbau der Sender- und Empfängerschaltung viel einfacher.

Bild1 zeigt die Schaltung des Infrarot-Senders mit dem Sender-IC TX-2. Wählt man für die Sende-Frequenz des Infrarotlichts 36 Kilo-Hertz, lassen sich beim Empfänger die üblichen Infrarotvorverstärker aus TV-Geräten (Ausschlachtware) verwenden, die ebenfalls meist mit dieser Frequenz arbeiten. Die doppelte Frequenz (+/- 20 %) ist mit dem Widerstand R1 an den Pins 11, 12 einzustellen. Das modulierte Infrarot-Signal an Pin 7 wird mit einem Transistor verstärkt und über die beiden Infrarotsendedioden abgestrahlt. Die vier Taster dienen zur Betätigung der entsprechenden Funktionen. Die Schaltung an Pin 10 dient lediglich zur Anzeige, wenn ein Signal gesendet wird; falls eine Anzeige nicht benötigt wird, können die Bauteile R2, R3, der Transistor und die LED entfallen. Zur Stromversorgung werden zweckmäßigerweise drei Mignon-Batterien verwendet. Ein Ausschalter kann entfallen, da das IC praktisch nur bei Tastenbetätigung Strom zieht.
Bild 2 zeigt die Schaltung des Empfängers. Das Sendersignal wird von dem Infrarot-Vorverstärker-Modul (hier ein TSOP 1736, 36 kHertz, Ausschlachtware aus TV-Gerät) empfangen und durch T0 verstärkt an Pin 3 des RX-2 weitergegeben. mit dem Widerstand R4 an den Pins 4, 5 ist der Oszillator des ICs wiederum auf die doppelte Empfangsfrequenz (also 72 kHertz +/- 20 %) einzustellen. Die Ausgänge Pins 6,7 und 10, 11 steuern die Motorbrücken für Vorwärts/Rückwärts- bzw. Links/Rechts-Fahrt an.
Achtung : Das IC RX-2 sollte maximal mit +Ub = 4 Volt (+Ub an Pin 13) betrieben werden, zur Spannungsherabsetzung dient hier der Widerstand R5. Bei höherer Betriebsspannung steigt der Ruhestrom des ICs stark an !

Die Brückenstrom-Transistoren in Bild 2 T3 bis T6, BC327 bzw. BC337 verkraften maximal etwa 0,5 Ampere, was normalerweise ausreichend ist. Für Motoren mit höherer Stromaufnahme (auch der blockierte Zustand ist zu beachten) ist ein leistungsfähigere Motorstrom-Brücke zu verwenden. Bild 3 zeigt eine Brückenschaltung mit "dickeren" Transistoren BD435 und BD436 für Ströme bis 3 Ampere. Die 4 Dioden (1N4148) sind sogenannte Freilaufdioden: Bei schneller Umschaltung des Motorstroms können zufolge der Induktivität der Motorwicklungen hohe Spannungsspitzen umgekehrter Polarität entstehen, die von den Dioden zur Betriebsspannungs-Versorgung abgeleitet werden, um evtl. eine Schädigung der Transistoren zu verhindern.